Die Realisierung der Schönauer Schöpfungsfenster auf dem Kirchendach hat eine besondere Vorbildfunktion, weil die Kirche als Gebäude für den Inhalt ihrer Botschaft steht. Sie sind eine offizielle weithin sichtbare Stellungnahme der Kirche. Im Sinne der Schöpfungsbewahrung für kommende Generationen sollte hier über die Mitbeteiligung von vielen Menschen ein sehr großes Projekt realisiert werden, das für die Größe der Aufgaben auf dem Gebiet der umweltverträglichen Energieversorgung steht, aber auch dafür, daß diese Aufgaben bewältigt werden können. Lokale Akzeptanz, breite Bürgerbeteiligung in allen Gesellschafts- und Altersschichten und eine Multiplikatorenwirkung weit über Schönau hinaus im kirchlichen und gesellschaftlichen Raum sollten erreicht werden.
Die “Schönauer Schöpfungsfenster” sind…
…auf dem Dach der Kirche weil sie
- nur so wirklich eine offizielle Stellungnahme der Kirche sind:
das Gebäude der Kirche in seiner Gestaltung steht auch immer für den Inhalt ihrer Botschaft; die für das Mandat die Schöpfung zu bebauen und zu bewahren: die Kirche wird mit modernster Technik (Solarmodule) bebaut, um regenerative Energie zu erzeugen, die die Schöpfung bewahrt. - dadurch eine Bild- Predigt des Gebäudes sind:
Wie der Kirchturm ein steingewordener Fingerzeig auf Gott im Himmel, die Kreuzform ein Hinweis auf die Erlösungstat unseres Herrn Jesus Christus, so ist die Solaranlage ein moderner Fingerzeig darauf, daß Gott seine Schöpfung nicht verloren gibt, Umkehr ermöglicht- und neue Wege einer umweltschonenden Energie- gewinnung beschreiten hilft. Die Kirche wird zum sichbaren Symbol, daß die Kirche zu den Menschen steht, die sich um die Zukunft der Welt Sorgen machen. - sie ein Hinweis darauf sind, daß wir im Umgang mit der Schöpfung Gottes einer neuen phantasievollen Sorgfalt bedürfen.
- ein Fenster der Hoffnung sind, so wie Noah nach der Sintflut eine Luke öffnet, um Ausschau zu halten nach Leben und Lebensdienlichem
- ein Denk-mal sind – weil sie zum Denken anregen:
denk mal, was Gott uns Menschen mit seiner Schöpfung anvertraut
denk mal, daß auch unsere Kinder noch in einer menschenwürdigen Welt leben wollen
denk mal, daß nicht alles, was technisch möglich ist, auch ökologisch und gesellschaftlich verantwortbar ist
denk mal, es gibt Wege aus der Resignation. Wenn viele zusammenarbeiten, können neue Wege auch beschritten und begangen werden. - aktiver Denkmalschutz
indem die Solaranlage den Ausstoß von Schadstoffen vermeidet, schützt sich das Denkmal selber vor den Schäden durch die Emission, die andere Denkmäler, wie das Freiburger Münster zur permanenten Baustelle machen. - ein Bild für alles kirchliche Handeln sind:
indem es “Himmlische Energie” in “Kraft für den Alltag” umwandelt
technisch: Sonnenlicht in Strom
geistlich: Kräfte des Glaubens: Glaube, Liebe und Hoffnung umzuwandeln in Kraft für den Alltag, um den Problemen mit Hoffnung und Gottvertrauen zu begegnen und Chancen der Buße und Umkehr zu eröffnen. - beweisen, daß sich die Investition in die Zukunft lohnt. Gebaut und eingeweiht unter Einspeisegebühren von 16,5 Pf pro kWh als nonprofit-Projekt der Kirche für die Zu- kunft- werfen die Schöpfungsfenster nun Erträge ab, die wir zumindest teilweise weitergeben wollen. Wir unterstützen Gemeinden mit einem symbolischen Geldbetrag, wenn sie ihre Anlage auf dem Kirchendach anbringen und (Ortsname) Schöpfungsfenster nennen.
…umweltfreundlich
- Moderne Solartechnik wird heute unter höchsten Umweltstandards hergestellt.
- Die Solarfabrik Freiburg, wo unsere Module hergestellt werden, benutzt zur Fertigung der Module heute schon fast ausschließlich Sonnenstrom vom eigenen Fabrikdach!
- Indem wir unsere Module in der Region gekauft haben, konnten sie auf kürzestem Weg transportiert werden, wodurch erhebliche CO2 Mengen vermieden wurden.
- Durch den Verzicht auf Alurahmen werden große Energiemengen bei der Herstellung eingespart.
- Weil das Schönauer Stromnetz als Batterie für allen überschüssigen Strom benutzt werden darf, entfallen die Umweltprobleme, die bei der Entsorgung der in Batterien enthaltenen problematischen Stoffe anfallen.
- Eine heute installierte Solaranlage versorgt Sie, nach heutigem Stand etwa 30 Jahre lang mit sauberer Sonnenenergie ohne Emissionen und ohne “Restrisiko!” Solaranlagen sind also eine Technik, die dem Menschen dient, ohne Schaden anzurichten.
- Durch die Nutzung der Sonnenenergie bleiben wichtige Naturressourcen für andere wichtige Zwecke (z. B. Industriematerialien und Arzneimittel) und für unsere nachfolgenden Generationen erhalten.
- Jede Solaranlage läßt uns hautnah erleben, wie kostbar Energie eigentlich ist und wie intelligent wir damit umgehen könnten. Wer selber Energie vom Hausdach erntet, bekommt ein ganz neues Bewußtsein für den eigenen Energiekonsum und geht viel sorgfältiger mit Energie um. Dieser Lerneffekt macht sich dann häufig auch beim Stromverbrauch, beim Heizen und Autofahren positiv bemerkbar.
…rentabel
- weil sie kein Kohlendioxid (CO2) ausstoßen.
Ein fairer Vergleich zwischen herkömmlicher und regenerativer Energie muß darum auch alle Folgekosten mit berücksichtigen. So emittiert ein Kohlekraftwerk je produzierter Kilowattstunde rund 300 Gramm CO2, unsere Solaranlage überhaupt kein CO2. Olav Hohmeyer vom Fraunhofer-Institut für Systemtechnik und Innovationsforschung in Karlsruhe hat in einer Studie die Kosten der konventionellen und der regenerativen Stromerzeugung miteinander verglichen. Demnach muß auf den Preis einer aus Kohle- oder Atomstrom erzeugten Kilowattstunde mindestens 6 bis 17 Pfennige aufgeschlagen werden. - weil sie Rohstoffe schonen.
Fossile Rohstoffe sind eigentlich viel zu schade zum Verheizen. Der Endlichkeit der Ressourcen Uran, Kohle, Öl, usw steht die quasi Unendlichkeit der Sonnenstrahlung entgegen. Dadurch bleiben wichtige Naturressourcen für andere wichtige Zwecke (z. B. Industriematerialien und Arzneimittel) erhalten. Jede Solaranlage spart wertvolles Mineralöl und Kohle für unsere nachfolgenden Generationen. Statt Ölfelder und Kohlegruben zu plündern oder verstrahlte Landschaften zu riskieren, sollten wir nach Energierformen suchen, die nachwachsen oder, wie das Sonnenlicht, umweltfreundlich und beinahe unbegrenzt zur Verfügung stehen. Weil Solarenergie nur ein Element im Mix der regenerativen Energien bildet, steht sauberer Strom auch wirklich rund um die Uhr bereit. - weil sie Sicherheit geben.
Lokal installierte Solarstromanlagen bieten – national gesehen – einen ersten Schritt zu einer größeren Energiesicherheit und machen unabhängiger von Importen und politischen Unwägbarkeiten. Die sicherste Energiequelle ist immer noch die, welche Ihnen niemand wegnehmen kann. Versorgungsengpässe sind von der Sonne erst in etwa 5 Milliarden Jahren zu erwarten. Wer kann Ihnen wohl eine vergleichbare Versorgungsgarantie geben? - weil sie nahezu wartungsfrei sind.
Photovoltaikanlagen haben den unschätzbaren Vorteil, daß sie Sonnenstrahlung direkt in Strom umsetzen und darum keine Wärmetauscher, keine Turbinen, keine beweglichen Verschleißteile, kaum Service und so gut wie kein Personal brauchen. - weil sie Arbeitsplätze schaffen.
Wer Sonnenenergie erntet, braucht dazu moderne Technik, fachkundige Beratung und zuverlässigen Service. Alleine für den neuen Wirtschaftszweig “Solartechnik” werden in den nächsten Jahren mehrere Hunderttausend qualifizierte Arbeitskräfte gebraucht. Jede neue Solaranlage trägt zur Entwicklung dieser neuen Branche bei. - weil sie die regionale Wirtschaft fördern.
Solarenergie wird dezentral vor Ort geerntet. So liegt es nahe, die Technik im Inland zu produzieren und örtliche Handwerker und Fachleute mit Planung, Montage und Service zu beauftragen. Weniger Energie-Zentralismus führt auch zu weniger Energieverschwendung, kürzeren Transportwegen und dadurch auch zu weniger Tankerkatastrophen; dafür aber zu mehr Energiebewußtsein. - weil sie viele Menschen aktivieren sich für die Zukunft unserer Welt einzusetzen.
Viele Menschen in der Kirchengemeinde, in ganz Schönau und über Schönau hinaus, haben sehr viel Zeit, Fantasie und Kraft für die Verwirklichung dieses Projektes eingesetzt. - weil sie den Haushalt der Kirchengemeinde nicht belasten.
Neben diesem persönlichen Einsatz der Kirchenmitglieder, wurden keinerlei Haushaltsmittel aus Rücklagen oder dem Baufonds eingestellt. Nur Kollekten, die sonst als Opfer an normalen Sonntagen dem Haushalt zufließen (sonst im Bereich zwischen 40-80 DM) wurden an den Festtagen den Schöpfungsfenstern gewidmet und erbrachten 908 und 1026 DM. Ansonsten wurde die Anlage auf dem Kirchendach aus den Zuschüssen der Evang. Landeskirche 208.000 DM und der Bundesstiftung Umwelt 80.000 DM und den Spenden und Aktionen 128.000 DM finanziert. Die Anlage auf dem Gemeindehausdach wurde durch den Verkauf von Beteiligungen finanziert. Die Bundesregierung hat mit dem neuen Einspeisepreis von 0,99 DM sehr dazu beigetragen, daß Solaranlagen nun auch finanziell wirtschaftlich sind.